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dimecres, 25 de maig de 2016

Alexander Van der Bellen fue un niño refugiado

ZEIT ONLINE.- Nur wenige Tage nachdem die Bolschewiken im November 1917 in Petrograd die Macht übernommen haben, geraten zwei Gymnasiasten in der nordwestrussischen Provinzstadt Pskow in Streit. Der eine, Anatoli Rosenbljum, brennt für die Revolution. Der andere ist ein junger Aristokrat: Alexander von der Bellen. Der Spross einer einflussreichen Familie argumentiert ruhig und bedächtig. Er ist überzeugt davon, dass sich das Militär bald gegen Lenin erheben wird. Rosenbljum kann die bürgerlichen Argumente nicht mehr hören und gerät immer mehr in Rage, so erzählt der sowjetische Schriftsteller Wenjamin Kawerin in seinen Memoiren. Schließlich brüllt der Anhänger der Revolution: "Noch ein Wort und ich erschieße dich!" Kurz zuvor hätte diese Drohung unter den Schülern Lachen ausgelöst. Doch die Zeiten sind nun andere. Der selbstsichere von der Bellen bekommt es mit der Angst zu tun, murmelt etwas vor sich hin und geht. Es war der Beginn vom Ende der Familie von der Bellen in Russland.

Während Rosenbljum 1938 dem stalinistischen Terror zum Opfer fällt, stirbt der Aristokrat 1966 nach einer Odyssee durch Europa in Innsbruck. Zweimal mussten er und seine Familie flüchten und verloren alles; zweimal haben sie sich wieder hochgearbeitet. Nun schickt sich der Sohn an, in Österreich ganz nach oben zu kommen und kandidiert für das Amt des Bundespräsidenten. Dabei nutzt er im Wahlkampf auch seine Herkunft.

Die Familiengeschichte ist dem Flüchtlingskind Alexander Van der Bellen aber nur bruchstückhaft bekannt, die Eltern sprachen wenig über die eigene Vergangenheit. Wer sie erkunden will, muss in estnischen und russischen Archiven wühlen, Verwandte besuchen und alte Familienalben ausgraben.
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